Das Rathaus war von Anfang an wohl zu gross dimensioniert. Es wurde als Abschluss der mittleren Häuserreihe in den Jahren 1613 bis 1619 erstellt. Die damalige Bevölkerung zählte aber lediglich fünfhundert Einwohner. Stärke und Stolz des Stedtlis wollten offenbar deutlich gezeigt werden.
Der stolze Bau dominierte das Stadtbild des alten Büren. Während Jahrzehnten war das Rathaus das Zentrum des öffentlichen Geschehens. Vor der Renovation und dem Umbau (1950 bis 1953) diente es indessen nicht mehr seinem ursprünglichen Zweck. Vielmehr lagerten die Bauern im Keller Runkelrüben für ihr Vieh und die Frauen liessen an nassen Tagen ihre Wäsche trocknen. Die Turner übten hier Kunststücke, hin und wieder fand gar eine Filmvorführung statt und an der Rückseite hingen die Feuerwehrschläuche zum Trocknen. So verlotterte der stolze Bau nach und nach und bot schliesslich einen trostlosen Anblick.
Bei der Renovation wurde der Eingang von der Mitte nach links verlegt, der Wappenstein blieb jedoch an seinem bisherigen Platz. Er wird von einem mächtigen Reichsadler überflügelt, der 1798 (Franzoseneinfall) von napoleonischen Truppen zerstört worden war. Das heute sichtbare Wappentier wurde in den Fünfzigerjahren neu gehauen und später durch Peter Travaglini restauriert. Der Stein zeigt die Wappen Bürens, Berns und das des damaligen Schultheissen, Sebastian Hofmeister.
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