Die "Ländti"

An der Aare. Diesen Zusatz trägt Büren mit gutem Grund. Wo heute wohltuende Ruhe herrscht, pulsierte früher reges Leben. Die «Ländti», an der noch immer die Kursschiffe anlegen, war früher ein bedeutender Warenumschlagplatz. Grossräumige Kellergewölbe im Kornhaus und in Privathäusern zeugen bis heute von regem Handel mit Wein, Tabak, Kolonialwaren und Holz.    

Käseschiffe aus Brienz, Wein aus der Waadt und dem Elsass, Salz aus dem Burgund, Bayern und dem Tirol, freiburgisches Holz für die Giesserei von Roll in Gerlafingen, Erz aus dem Oberhasli, Iltis-, Eichhorn- und Kaninchenfelle wurden auf der Aare transportiert und in Büren umgeladen. Machten die Schiffer hier Pause, konnten sie die Wirtshäuser von der «Ländti» aus bequem erreichen.

Aus diesen Zeiten ist ein Ausdruck der regionalen Sprache bis heute erhalten geblieben: «Charger pour Soleure». Verladen und betrunken sollen sie oft gewesen sein, die Weinführer, wenn sie in Solothurn landeten. Sie stachen manches Fass Wein schon während der Fahrt an. Im 16. Jahrhundert mussten die Schiffer gar schwören, den Wein lediglich mit dem Strohhalm aus den Fässern zu saugen...

Auch für Personentransporte wurde die Aare rege genutzt. Kurgäste etwa fuhren auf dem Wasserweg zu den Heilbädern nach Schinznach, an die Messen in Zurzach und nach Baden.

Bis heute legen an der «Ländti» Schiffe an. Die Flussfahrt
zwischen Biel und Solothurn erfreut sich zu Recht grosser Beliebtheit.
 
 

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